Vitra Aluminium Chair

Vitra Aluminium-Group
Die Freizeitgruppe – Entwurf Charles & Ray Eames 1957/1958


BE. Möbelgeschichten #23

Die nächste Familie von Ray & Charles Eames, die Aluminium-Gruppe mit passenden Stühlen für Wohnungen und Büros, ebenso wie für Hotelhallen und Restaurants. Den charakteristischen Viersternfuß mit abgeknickten kegelförmigen Füssen hat Eames öfter verwendet. Exemplare stehen im Museum of Modern Art als Beispiel hervorragenden funktionellen Designs.

Die „Indoor-Outdoor“- oder „Leisure-Group“ (dt. Freizeit-Gruppe) geht zurück auf eine Anregung Alexander Girards und Eero Saarinens, die für das soeben fertiggestellte Haus Irving Millers in Columbus, Indiana die passende Bestuhlung für Innen und Außenbereiche suchten. Girard beklagte sich, dass es zwar zeitgemäße Inneneinrichtungen gab, nicht aber ansehnliche Terrassen- oder Gartenmöbel. Das war genau die Art von gesellschaftlichem Bedürfnis, die Charles und Ray Eames immer wieder als Impuls für Ihre Arbeit diente. Diese Feststellung ließ Eames nicht mehr los und er wollte seinem Freund helfen. Die Entwicklung begann 1957 und war in bemerkenswert kurzer Zeit, innerhalb nur eines Jahres so weit abgeschlossen, dass die Serienproduktion aufgenommen werden konnte. 

Schon früher wollte Eames Möbel aus Metall fertigen, die er anlässlich des Wettbewerbs „Low-Cost Furniture Design“ des Museums of Modern Art in New York 1948 aus getriebenen Aluminium-Blech präsentierte, den späteren Fiberglas-Chair und seit 1951 den Wire-Chair aus verschweißtem Stahldraht. 

Während eines Fluges kam Eames die Idee zu einer Aluminum-Rahmenkonstruktion mit dazwischen gespannten Stoff. Wieder wollte er eine körperangepasste Form entwickeln, nicht als harte Schale sondern als elastische Stoffbahn zwischen zwei den Körperkonturen folgenden Holmen. Auf der Rückseite eines Briefumschlags skizzierte er das Profil der Holme. Zurück von seiner Reise begann sein ehemaliger Schüler und jetzige Mitarbeiter Don Albinson mit dem Bau von Holzmodellen der Profile und Traversen bzw. Spanner. Schnell entwickelte sich daraus die endgültige Form des Holmes und der elegant geformten Querspangen. Wegen ihrer organischen, an ein Geweih erinnernden Form nannte man die Abstandshalter im Eames Office „antlers“. Ein von Girard und dem Eames-Office in 4 Farben entwickeltes Synthetikgewebe „Saran“ schien für die Benutzung im Freien geeignet und wurde an den Stellen der stärksten Beanspruchung, dreilagig überlappend zwischen die Holme gespannt. Leider wurde das Material unter Witterungseinflüssen  sehr schnell morsch und es wurde 1961 durch ein hitzeversiegeltes Kunstleder ersetzt. 

Weitere Experimente führten zum Sandwich-Aufbau aus zwei Lagen mit einer dünnen Füllung aus Vinyl-Schaum und Vinyl-Watte, die im Abstand von 1 1/8 Zoll durch hochfrequentes Schweißen abgesteppt wurden, wodurch die Stühle der Aluminium-Group ihr heutiges Aussehen erhielten. Zur Aluminum Group gehörte ein Stuhl und ein Sessel mit Rückenlehnen in unterschiedlichen Höhen und beide mit und ohne Armlehne. Ebenso gehörte eine Version mit Rollen und ein Fußhocker zur Familie. 

Die Konstruktion aus gegossenen Aluminiumteilen und eingespannten Sitzflächen war von technischer wie visueller Spannung.

Ein besonderer Triumph war, dass der 1964 in Bonn fertiggestellte Kanzlerbungalow von Sep Ruf im Speisezimmer mit den Stühlen der Aluminium Group ausgestattete wurde. 

Ursprünglich für den Außenbereich entwickelt, finden sie als erste in Serie hergestellte Aluminium-Sessel und Stühle heute paradoxerweise nur noch in Innenräumen Verwendung. Klassiker die nichts von ihrer Modernität eingebüßt haben. 

Gallery "Vitra Aluminium Group":  

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